Breitband-Musterregion

Wir sind Breitband-Musterregion!

Der Bezirk Gmünd ist auf dem besten Weg, Top-Internetanschlüsse zu bekommen

In einer Pressekonferenz am 3. September 2015 stellte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll die neue Breitbandstrategie des Landes NÖ vor. Dabei wurden auch die fünf Pilotregionen genannt, in denen das neue Konzept zuerst umgesetzt werden soll – und die Kleinregion Waldviertler StadtLand ist eine dieser Regionen!

Somit erhalten die neun Gemeinden der Kleinregion die Möglichkeit, in den nächsten Jahren eine zukunftssichere Breitband-Infrastruktur auf Glasfaserbasis zu errichten. Die Internet-Anschlüsse, die den Haushalten dann zur Verfügung stehen, sind in vielen Fällen sogar schneller als jene, die man heute in Großstädten bekommt.

Die Besonderheit am neuen Breitband-Projekt des Landes NÖ besteht darin, dass die Basis-Infrastruktur, also Glasfaserleitungen bis zum Haushalt, in Zusammenarbeit von Land und Gemeinden errichtet wird. Anstatt also auf die Ausbaupläne der bestehenden Anbieter wie z.B. Telekom Austria warten zu müssen, nehmen das Land NÖ und die Gemeinden nun den Ausbau selbst in die Hand.

„Mit diesem Projekt setzen wir einen wichtigen Impuls für die Standortqualität unserer Region“, freut sich der Obmann der Kleinregion Waldviertler StadtLand, Karl Harrer, „die schnellen Glasfaser-Internetanschlüsse kommen sowohl den Betrieben als auch den Privathaushalten zu Gute. Junge Familien haben somit einen weiteren Grund, in der Kleinregion zu bleiben oder sogar in diese zu ziehen.“

Die Kleinregion Waldviertler StadtLand hatte das Breitband-Projekt heuer im Frühjahr in Zusammenarbeit mit dem Breitband-Experten Hartwig Tauber aus Waldenstein entwickelt. Das gemeinsame Vorgehen von neun Gemeinden war sicherlich ein wichtiger Faktor, warum das Vorhaben nun in die Liste der Pilotprojekte aufgenommen wurde.

Die wichtigste Autobahn für das Waldviertel ist die Datenautobahn

Die Kleinregion Waldviertel StadtLand startet ein neues Projekt zum Glasfaserausbau und lud vergangenen Donnerstag gemeinsam mit dem Regionalverband Waldviertel (vormals EUROPA Plattform PRO Waldviertel) zu einer hochspannenden Informationsveranstaltung ein, an der Vertreterinnen und Vertreter von Waldviertler Gemeinden, Leader- und Kleinregionen teilnahmen.

Gmünd – Das Waldviertel war in den frühen 90er Jahren in Bezug auf die Internetversorgung eine europäische Pionierregion. Hier wurde auch die neue Technologie ADSL erstmals getestet. Einer der damals maßgeblich dafür verantwortlichen Experten ist Mag. Hartwig Tauber, der heute eine weltweit agierende europäische Breitbandinitiative von Waldenstein aus leitet. Er koordiniert nun in Abstimmung mit ecoplus, der Wirtschaftsagentur des Landes NÖ, und dem Land NÖ das Projekt zum Glasfaserausbau in der Kleinregion und führte bei der Veranstaltung mit seinem Fachvortrag in das Thema ein.

Die Begrüßung wurde von Bürgermeister Andreas Beer, Landesrat Ing. Maurice Androsch (für den Regionalverband Waldviertel) und Mag. Viktoria Prinz (für den verhinderten Obmann der Kleinregion) sowie Regionalmanager Thomas Samhaber vorgenommen.Das Projekt der Kleinregion Waldviertel StadtLand wurde bei der Veranstaltung in Gmünd erstmals präsentiert und soll als Pilotprojekt der Breitbandinitiative neuen Schwung geben. Innerhalb der nächsten Jahre werden die Gemeinden der Kleinregion mit Glasfaser versorgt, mit der Planung und der koordinierten Leerverrohrung wurde bereits begonnen. Das gesamte Waldviertel soll von den Erfahrungen des Modellprojektes profitieren und als Region wieder den (Glasfaser-) Anschluss zu den Zentren gewinnen.

Alle Anwesenden, die sich an der Diskussion aktiv beteiligten, waren sich einig: Eine schnelle Internetanbindung ist eine Überlebensfrage der Region. Schon jetzt ist die rasche Internetversorgung ein wesentlicher Verkaufsfaktor für ein Gebäude oder einen Bauplatz. Unter den TeilnehmerInnen war auch Bürgermeister Peter Höbart, der in einer Gemeindekooperation (St. Martin, Großschönau und Bad Großpertholz) bereits auf erfolgreiche Jahre mit über 90 Prozent Versorgung durch Glasfaser zurückblicken kann.

Im Herbst ist eine weitere Informationsveranstaltung für alle Gemeinden des Waldviertels geplant.

Statements aus der Diskussion:


"Vor allem für strukturell benachteiligte Regionen müssen rasch praktikable Lösungen gefunden werden, um die Zweiteilung des Landes in zwei Internet-Geschwindigkeiten zu vermeiden.“
(Bgm. Andreas Beer, MA)

"Die Versorgung mit Breitband ist heute eine der bedeutendsten Standortfaktoren. Sie ist für die regionale Wirtschaft genauso wichtig wie für die Bevölkerung.“

(LR Ing. Maurice Androsch)

„Gerade viele die Gemeinden im Waldviertel sind heute ‚weiße Flecken‘ in der Breitbandversorgung. Die gemeinsame Initiative, bei der die Kleinregion StadtLand vorausgeht, soll das ganze Waldviertel wieder auf die Überholspur bringen.“
(LAbg. Franz Mold)

„Eine rechtzeitige Planung ist das Um- und Auf. Dann lässt sich bei allen Grabungsarbeiten schon die kostengünstige Leerverrohrung vornehmen.“
(Bgm. Peter Höbart)

„Breitbandausbau steht auch ganz oben in den Leaderstrategien. Jede Leaderregion kann hier in der neuen Periode aktiv werden.“ (Leadermanager Ing. Mag. Martin Huber, der bereits vor über 20 Jahren mit Hartwig Tauber ein Breitbandkonzept für die Region verfasst hat)

„Im Waldviertel gibt es hervorragendes Know-How zum Thema Breitband und mit dem Glasfasernetz im Lainsitztal auch ein Vorzeigemodell. Insgesamt ist aber das Waldviertel ins Hintertreffen geraten und es ist nun extrem wichtig, dass wir gemeinsam wieder einen koordinierten Schritt nach vorne machen.“
(Regionalmanager Thomas Samhaber)

Kontakt:
Thomas Samhaber, Regionalmanager Waldviertel
REGIONALMANAGEMENT NIEDERÖSTERREICH
Büro Waldviertel. 3910 Zwettl . Sparkassenplatz 1/2/3
T 0043 2822 21380
M 0043 676 81220208
http://www.rm-waldviertel.at
http://www.regionalmanagement-noe.at

Beim Breitband-Infonachmittag in Gmünd:

NR Konrad Antoni, Regionalmanager Thomas Samhaber, LR Maurice Androsch, Bürgermeister Andreas Beer, LAbg. Franz Mold mit Kleinregionsmanagerin Mag. Viktoria Prinz und den VertreterInnen der Gemeinden (Foto: Regionalmanagement Niederösterreich)

Es geht los: Die Planungen für das Glasfaser-Breitbandprojekt in unseren Gemeinden starten

Foto: FTTH Council Europe/iStock Photo

Die Kleinregion Waldviertler StadtLand gehört zu den fünf Pilotregionen, in denen das Land NÖ in den nächsten Jahren ihr Glasfaser-Breitbandprojekt vorrangig umsetzen wird. Auch unsere Gemeinden haben damit die Chance, schon bald extrem schnelle und zukunftssichere Breitbandanschlüsse mittels Glasfaser zu erhalten. Ziel ist dabei ein flächendeckender Ausbau. Somit können die Gemeindebürger 100fach schneller das Internet nutzen als es heute möglich ist.

Ein wichtiger Schritt wurde nun bereits gesetzt: Bis Mitte April 2015 wird eine Planung für die gesamte Kleinregion durchgeführt, die danach den schnellen Ausbau von Glasfasernetzen erlaubt. Somit können bei allen anstehenden Bauarbeiten bereits Leerverrohrungen für Glasfasern mitverlegt werden und Vorbereitungen für den Vollausbau getroffen werden. Ziel des Breitbandprojektes ist es, allen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern einen schnellen Breitbandanschluss zu bieten, der teilweise sogar bessere Leistungen bietet als sie heute in Großstädten verfügbar sind. Dies ist eine „wichtige Zukunftsperspektive“ betont Landeshauptmann Erwin Pröll.

„Mit diesem Projekt kommt die Datenautobahn tatsächlich zu jedem Haushalt und Betrieb in unserer Region“, hält Projektkoordinator Hartwig Tauber fest. Angesprochen auf die Werbung der A1 Telekom, dass diese ja auch ein Glasfasernetz baue, meint er: „Es mag durchaus stimmen, dass hier das größte Glasfasernetz Österreichs gebaut wird – aber leider kommt es bei uns im Waldviertel nicht beim Endkunden an. Das ist so ähnlich, wie wenn man behaupten würde, der Bezirk Gmünd ist an das Autobahnnetz angeschlossen. Zwar muss man bis zu den Auffahrten in Stockerau, St. Pölten oder Linz die langsameren Bundes- und Landesstrassen benutzen. Aber man könnte trotzdem sagen, dass wir Zugang zum ‚größten Autobahnnetz Österreichs‘ haben. Ebenso ist es bei Breitband.“
Für die Bevölkerung sind noch im Frühjahr Informationsveranstaltungen in allen Gemeinden der Kleinregion geplant. Die genauen Termine werden rechtzeitig per Postwurf bekannt gegeben.

Zusätzlich haben wir die wichtigsten Fragen zum Projekt für Sie zusammengestellt. Für weitere Fragen können Sie sich gerne an das Gemeindeamt oder direkt an das Kleinregionsmanagement wenden. Die Kleinregionsmanagerin Mag. Viktoria Prinz ist unter viktoria.prinz@gmail.com bzw. Telefon 02852 52506-330 erreichbar.

Fragen und Antworten rund um Glasfaser

Was ist „Glasfaser“ eigentlich?
Wenn bei einem Breitbandprojekt von „Glasfaser“ oder „Lichtwellenleiter“ gesprochen wird, so sind damit Datenleitungen gemeint, die aus haardünnem, flexiblem Glas bestehen und die Übertragung von Daten mittels Licht erlauben. Das ist die bei weitem schnellste Möglichkeit, Daten zu übertragen. Ein echter Glasfaseranschluss bis zum Haushalt ist schon heute bis zu 100 Mal schneller als Breitband über alte Telefonleitungen oder Funk. Wichtig ist dabei, dass die Glasfaser tatsächlich bis zu jedem Gebäude reicht und nicht schon einige hundert Meter oder einige Kilometer vom Haus endet. Nur dann sind wirklich hohe Geschwindigkeiten in beide Richtungen möglich. Deshalb ist es das Ziel des Breitbandprojektes des Landes NÖ hier eine wirklich zukunftssichere Infrastruktur zu bauen.

Ist ein Glasfasernetz wirklich die schnellste Breitbandlösung?
Ja. Es gibt keine andere Technologie, die schnellere Datenübertragung erlaubt als Glasfaser. Damit der Endkunde davon profitieren kann, ist es aber wichtig, dass die Glasfaser wirklich bis zu seinem Haus reicht. Ansonsten bremsen auf den letzten Metern Telefonleitungen, Koaxialkabel oder Funkstrecken die Geschwindigkeit.

Gibt es dieses „Glasfaser bis zum Haushalt“ das das Land NÖ bauen möchte schon irgendwo? Oder sind wir hier „Versuchskaninchen“?
Die Glasfasernetze, die in Niederösterreich gebaut werden sollen, sind bereits millionenfach erprobt. In Schweden hat man schon vor fast 15 Jahren damit begonnen, solche zukunftssicheren Glasfaser-Breitbandnetze zu bauen. Heute nutzt dort bereits jeder dritte Haushalt einen solchen Anschluss. Weltweit sind mehrere hundert Millionen Haushalte und Firmen mit „Fibre to the Home“ und „Fibre to the Building“ – wie es international genannt wird – versorgt. Es wird also in Niederösterreich auf eine bestens getestete und zukunftssichere Lösung gesetzt.

In der Werbung heißt es, dass Firmen wie A1 schon Glasfasernetze bauen – warum wird hier noch einmal gebaut?
Jeder Breitbandanbieter hat heute Glasfasernetze. Sie werden benötigt, um Städte und Orte miteinander zu verbinden. In Niederösterreich besitzen Betreiber wie A1 Telekom Austria oder die EVN/Kabelplus große Überland-Glasfasernetze. Das Problem: diese Enden üblicherweise im Wählamt oder beim Trafo. Ab dann kommen die viele Jahrzehnte alten Kupfer-Telefonleitungen zum Einsatz – und damit ist der Breitbandanschluss langsam und nicht zukunftsfähig. Beim Breitbandprojekt des Landes NÖ dagegen wird die Glasfaser wirklich bis zu jedem Gebäude verlegt – damit ist endlich „echtes“ Breitband möglich, das sogar schneller ist als in vielen Großstädten.

Heißt das, dass das „größte Glasfasernetz Österreichs“ von A1 nur ein Werbegag ist?
Die A1 Telekom Austria hat wahrscheinlich tatsächlich das größte Glasfasernetz Österreichs und baut dieses noch weiter aus – aber in ländlichen Regionen eben nicht bis zum Haushalt. Diese Lösungen bieten zwar durchaus etwas höhere Geschwindigkeiten, aber sie sind bei weitem nicht ausreichend. Tatsächlich benutzen viele Internet-Anbieter das Wort „Glasfaser“ für ihr Marketing – und verwirren damit ihre Kunden. Ein typisches Beispiel: „echte“ Glasfaseranbieter, die den Lichtwellenleiter bis zum Haushalt bauen – so wie es auch das Land NÖ plant – haben heute in Europa typischerweise leistbare Breitbandangebote mit 100 Mbit/s und mehr. Bei uns wird „Glasfaser Power 16“ oder „Glasfaser Power 30“, also bis zu 16 oder 30 Mbit/s angeboten. Wer diese Zahlen sieht, kann selbst entscheiden, was Werbung und was Realität ist.

Wie sieht es mit Funklösungen aus? Das neue Mobilfunknetz LTE soll doch so schnell sein?
Ein Breitbandanschluss über Funk kann niemals ein Leitungs-Breitband ersetzen. Der Grund: bei allen Funktechnologien müssen sich die Kunden die vorhandene Bandbreite teilen. Das gilt auch für die neue Mobilfunktechnologie LTE/4G, die auch im Waldviertel immer öfter ausgebaut wird. Zwar sind hier am Papier bis zu 100 Mbit/s möglich, aber nur, wenn jeder Kunde seinen eigenen Sender (Fachleute sprechen von Basisstationen) hätte. Wenn jedoch in einem Ort z.B. 10 oder 15 Kunden gleichzeitig das mobile Breitband nutzen, so muss man die Bandbreite entsprechend teilen – und es bleibt nur noch wenig für den Einzelnen übrig. Gerade zu Zeiten, wo das Internet viel genutzt wird (z.B. am Abend) wird das bald zu einem Problem. Dazu kommen bei vielen Funklösungen noch Probleme mit der Qualität und Stabilität der Verbindung. Gerade beim Videoschauen z.B. auf YouTube oder mittels ORF TVthek ist das sehr ärgerlich.

Wenn es sowieso schon Breitbandanbieter gibt, ist es dann nicht Verschwendung von Steuergeldern, noch ein Leitungsnetz zu bauen?
Das Breitbandprojekt des Landes NÖ sieht vor, dass nur dort gebaut wird, wo kein anderer Anbieter bereit ist, ein Glasfasernetz bis zum Haushalt zu bauen. Im Bezirk Gmünd betrifft dies nahezu alle Gemeinden, da die bestehenden Anbieter hier bestenfalls in schlechte Zwischenlösungen investieren, bei denen die Glasfaser hunderte Meter vom Haushalt endet. Zusätzlich hat das Breitbandprojekt des Landes NÖ eine wichtige Eigenschaft: das Geld, das hier investiert wird, ist nicht verloren. Im Gegenteil, es wird langfristig wieder zurückverdient, da ja für die Nutzung der Leitungen Einnahmen erzielt werden. Steuergelder werden hier also nicht verschwendet sondern sinnvoll investiert. Eine Verschwendung (und auch verboten) wäre es, wenn das Land NÖ oder eine Gemeinde einem Telekombetreiber ohne spezielle Auflagen Steuergeld bezahlt, damit dieser seine Infrastruktur ausbaut. Denn dann macht der Telekombetreiber und seine Besitzer/Aktionäre den Profit und der Steuerzahler zahlt die Rechnung.

Arbeitet das Land Niederösterreich hier gegen die bestehenden Telekomanbieter?
Nein, im Gegenteil. Das Geschäftsmodell ist so geplant, dass ALLE Anbieter am Markt das Glasfasernetz zu gleichen Bedingungen nutzen können. Und da ja nur dort gebaut wird, wo kein anderer Anbieter Glasfaser bis zum Haushalt errichten wird, ist dies für die bestehenden Telekomanbieter im ländlichen Raum wie dem Waldviertel sogar eine wichtige Unterstützung. Dementsprechend gibt es bereits intensive Gespräche mit allen Telekomfirmen am Markt. Es soll nämlich hier kein neues Monopol entstehen, sondern sichergestellt werden, dass alle Haushalte im Bundesland einen schnellen Glasfaseranschluss erhalten, über den sie dann die Angebote der Telekomanbieter nutzen können.

Fotos: FTTH Council Europe / iStockPhoto