Gmünder Sgraffitohäuser

Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert

Gmünd - Sgraffitohäuser am Stadtplatz

Eine Besonderheit am malerischen Gmünder Stadtplatz sind die beiden Sgraffitohäuser aus dem 16. Jahrhundert, die sich durch ihre aufwendig gestalteten Fassaden und ihre Zinnen von den anderen Häusern bereits auf den ersten Blick abheben. Wer an den Häusern Stadtplatz Nr. 31 und Nr. 33 vorbeispaziert, staunt über die vielfältigen Szenen aus dem Alten Testament und der griechischen Mythologie sowie die klassischen Ornamente, die in den Fassaden der beiden Bauwerke verewigt wurden. Beide Gebäude, die übrigens Resultate von Hauszusammenlegungen sind, sind Ausdruck des selbstbewussten Bürgertums, das sich in der Renaissance repräsentative Wohnstätten schuf. Um ihrem sozialen Status gerecht zu werden, ließen die Eigentümer ihre Wohnhäuser mit prunkvollen Sgraffitoarbeiten verzieren. Haus Nr. 31, über dessen Portal sich das Zunftzeichen der Binder und die Jahreszahl 1565 befinden, ist durch eine unregelmäßige Diamantierung gekennzeichnet. Es stand im 18. Jahrhundert im Besitz der Fleischermeister Michael Mader und Lorentz Denck. Haus Nr. 33, das von 1743 bis 1756 Eigentum des Bestandbrauers Peter Artner und von 1758 bis 1773 im Eigentum des Webers Johann Paumgartner stand, beeindruckt durch seinen reichen Figurenschmuck mit Motiven aus dem Alten Testament und der griechischen Mythologie. Die Vermutung, dass die Bewohner mit diesen Themen ihre hervorragende Bildung unterstreichen wollten, liegt nahe.

Information

Stadtgemeinde Gmünd
3950 Gmünd, Schremser Straße 6
Tel.: +43/2852/52506-100 od. -101
Internet: http://www.gmuend,at

Altes Rathaus mit den Sgraffitohäusern

Abendstimmung beim Alten Rathaus